Schillerhöhe e. V. Schillerkopf
Bürgerverein Schillerhöhe e. V.

Wohngebiete Gerlinger Höhe

Archiv 2008


Presse Kreisel 2008

Stuttgarter Zeitung Nr. 282 vom 03.12.2008 - Strohgäu Extra



Schillerstein

Stuttgarter Zeitung Nr. 263 vom 11.11.2008 - Strohgäu Extra


Bericht des Bürgervereins und der Logo Agenda 21 Arbeitskreis Stadtentwicklung und Verkehr

Gerlinger Tor

Der Name „Gerlinger Tor“ erinnert an das große herzogliche Wildgehege um das Jagdschloss Solitude, das hier einen Ausgang nach Gerlingen hatte. Statt eines Bauern- und Jägerpfades führt heute die Panoramastraße nach Gerlingen, eine Hauptverkehrsstraße mit hohem Verkehrsaufkommen, besonders zu den Stoßzeiten.

Der Bürgerverein Schillerhöhe und der Arbeitskreis Stadtentwicklung und Verkehr der Agenda21 schlagen vor, die Panoramastraße in Höhe des Gerlinger Tores mit einer Fußgängerbrücke zu versehen.

Es geht zunächst darum, die sehr gefährliche Fußgängerquerungs-Situation am Gerlinger Tor verkehrssicher zu gestalten.

Die obere Panoramastraße verfügt als einzige Hauptverkehrsstraße Gerlingens über keine sichere Fußgängerquerung an einer von Fußgängern sehr frequentierten Stelle, dem Gerlinger Tor. Zunächst sorgen die beidseitigen Bushaltestellen, die Schlossberg und Schillerhöhe bedienen, für zahlreiche Fußgängerquerungen. Spaziergänger und Hundebesitzer queren die Straße auf dem Weg in oder vom Wald. Die Firma BOSCH, das Restaurant Schillerhöhe, die Schillerklinik, die KSG-Gaststätte, der Waldfriedhof und die Solitude bewirken ein hohes Fußgängeraufkommen; ebenso Feinkost Baier mit der Postagentur, Kindergarten und Grundschule in der Waldsiedlung. Im Bereich Gerlinger Tor kreuzt der von der Stadt empfohlene offizielle Schul-/Kindergartenweg zur Waldsiedlung die Panoramastraße.

Die Wohngebiete Schillerhöhe und Schlossberg werden zunehmend geprägt durch Senioren und junge Familien mit kleinen Kindern. Das Restaurant Schillerhöhe ist Ziel vieler großteils älterer Spaziergänger aus Gerlingen und Umgebung, Patienten der Klinik Schillerhöhe sind ebenfalls überwiegend älteren Jahrgangs. Außerdem gibt es hier viele Familienfeste mit Kindern, Eltern und Großeltern. Feinkost Baier und die Postagentur sind auch für die Senioren des Schlossbergs sehr wichtige Einrichtungen in Laufentfernung. Durch die erfreulicherweise steigende Zahl an Kindern in beiden Wohngebieten gewinnt auch die Schul- und Kindergartenweg-Problematik immer mehr an Gewicht.  Aber auch nachmittags wollen Kinder ihre Freunde besuchen, zum Musikunterricht, etc. gehen, sodass die Querung der Straße beim Gerlinger Tor den ganzen Tag über eine erhebliche Gefahrenquelle darstellt. 

Die Gefahr entsteht einmal durch das sehr hohe Verkehrsaufkommen der Panoramastraße, aber auch dadurch, dass dort die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h von Stuttgart kommend regelmäßig deutlich überschritten wird. Erst vor der scharfen Kurve bei der Einmündung zum Unteren Schlossberg wird abgebremst. Zudem ist der Straßenabschnitt auf Höhe der Bushaltestellen von Stuttgart kommend wegen der vorgelagerten Rechtskurve nicht einsehbar. Die Autofahrer sehen selbst bei zulässiger Geschwindigkeit Fußgänger erst sehr spät. Das vom Bürgerverein initiierte gelbe Blinklicht signalisiert die Gefahrensituation zwar, wird aber von Autofahrern wenig beachtet. Besonders für Kinder und Senioren ist diese Verkehrssituation  lebensgefährlich.

Die von einem Kreisverkehr erhoffte Entlastung der Gefahrensituation wird wohl nicht kommen. Die Einrichtung einer Ampelanlage wurde früher schon diskutiert, aber aus verkehrsrechtlichen Gesichtspunkten verworfen.

In dieser Situation ist eine Fußgängerbrücke Höhe des Gerlinger Tors die für Fußgänger sicherste Lösung. Die hohlwegartige Lage der Panoramastraße zwischen Löwenwiese und Schillerwiese drängt diese Lösung geradezu auf.

Durch eine Fußgängerbrücke würden die Wohngebiete Schillerhöhe und Schlossberg zusammenwachsen. Der nachbarliche Austausch gerade für junge Familien mit Kindern würde wesentlich erleichtert. Selbst Kinder im Vorschulalter könnte man allein über die Brücke gehen lassen. Für Spaziergänger und Wanderer wären die historischen Standorte Schillerstein und Löwe attraktiv miteinander verbunden.

Die Stadt Gerlingen hätte in Richtung Landeshauptstadt einen repräsentativen Ortseingang („Gerlinger Tor“).  Auf beiden Seiten des Gerlinger Tors gibt es bereits einen Treppenabgang zu den Bushaltestellen und jeweils einen behindertengerechten Abgang einmal über die Schillerwiese und auf der Löwenseite zum Parkplatz.

Die beiliegende Skizze soll einen kleinen Eindruck vermitteln, wie sich eine Brücke in das Landschaftsbild einbinden lassen würde. Form und Ausgestaltung sind natürlich Geschmacks- und Kostenfragen. Nach unseren Recherchen würden sich die Kosten für eine einfache vorgefertigte Holzbrücke bei ca. 15 m Spannweite einschließlich der Fundamente auf ca. € 25.000 belaufen. Für eine anspruchsvollere Konstruktion muss man wohl mit ca. € 2.000 pro qm rechnen, bei einer Breite von 2,50 m also mit € 75.000.

Einige Lehrstühle für Bauingenieurwesen der Universität Stuttgart bieten gern Semesterarbeiten mit konkretem Hintergrund an. Auf diesem Wege könnten verschiedene Ansätze für Konstruktion, Form und Ausgestaltung einer Fußgängerbrücke „Gerlinger Tor“ ermittelt werden. Bei einer Ausstellung im Rathaus könnte die ganze Bandbreite an Varianten der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Uns ist bewusst, dass für den Bau einer Fußgängerbrücke „Gerlinger Tor“ in erster Linie das Land zuständig wäre. Wir gehen aber davon aus, dass das Land sich einem entsprechenden Wunsch der Stadt nicht ohne triftigen Grund verschließen könnte. Das gilt wohl insbesondere dann, wenn über die Kostentragung Einigkeit erzielt werden kann. Angesichts der Attraktivität, die eine Fußgängerbrücke am Gerlinger Tor nicht nur für die beiden dann verbundenen Wohngebiete sondern für die ganze Stadt darstellen würde, können wir uns vorstellen, dass ein Teil der Kosten durch Spenden von Bürgern und Sponsoren aufgebracht werden kann. Das könnte etwa durch den Verkauf von „Brücken-Bausteinen“ oder auf ähnliche Weise geschehen. Beispiele gibt es.

Der Arbeitskreis Stadtentwicklung und Verkehr der Agenda21 und der Bürgerverein Schillerhöhe hoffen mit dem vorgelegten Vorschlag einen Beitrag zur Verkehrssicherheit zu leisten und zur Verbesserung der Kinder- und Seniorenfreundlichkeit unserer an vielen anderen Stellen auf diesen Feldern so vorbildlichen Heimatstadt beizutragen. Und ein schönes Portal für Gerlingen wäre ein angenehmer Nebeneffekt.

Dr. Ulrike Winkelmann, Lucia Motte, Dr. Helmut F. Eichler
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